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Etappe 1: Klären

Suchprofil für Paare

Der Leitfaden zeigt, wie ihr aus zwei getrennten Wunschprofilen ein gemeinsames Suchprofil mit Muss-, Wunsch- und Ausschlusskriterien macht, in dem Kompromisse dokumentiert sind.

Paar sitzt mit Laptop und Unterlagen auf dem Wohnzimmerboden und plant gemeinsam

Phase 36 Minuten LesezeitStand 25.10.2026nächste Prüfung 25.04.2027Fachliche Prüfung: noch offen

Worum es geht

Die Leitfrage dieser Phase lautet: Was brauchen wir wirklich? Stadt oder Land, und pendeln wir das wirklich? Wie viele Zimmer brauchen wir in fünf Jahren? Altbau mit Charme oder ein Haus aus den 90er-Jahren mit weniger Risiko? Ein Suchprofil ist keine Wunschliste, sondern eine Bedarfsliste, die beide Partner tragen. Der wichtigste Schritt ist deshalb nicht das Ausfüllen, sondern der Abgleich: Wo seid ihr euch einig, wo gibt es Konflikte, und was habt ihr noch gar nicht besprochen? Das Ergebnis ist ein freigegebenes Profil, das die Suche in Phase 4 steuert und in dem Kompromisse nachlesbar bleiben.

Was ihr in dieser Phase tut

  1. Sammelt die Fakten eurer Alltagsgeografie: Arbeitsorte, Pendelzeit-Toleranz, Homeoffice-Anteil, Schul- und Kita-Bedarf, Nähe zur Familie.
  2. Beschreibt euren Grundrissbedarf: Zimmerzahl heute und in fünf Jahren, Arbeitszimmer, Barrierefreiheit, Garten.
  3. Klärt eure Haltung zur Sanierung, ehrlich und getrennt: Wie viel Zeit, Geld, Nerven und handwerkliche Fähigkeit bringt jeder von euch mit? Ein Altbau ist eine andere Entscheidung als ein Haus mit wenig Sanierungsbedarf.
  4. Füllt jeder allein ein Wunschprofil aus. Erst danach vergleicht ihr. So gibt niemand still nach, und niemand passt sich an die Antworten des anderen an.
  5. Gleicht ab: haus.coach zeigt drei Spalten, Einigkeit, Konflikt und Nicht besprochen. Konflikte werden nicht aufgelöst, sondern mit einem Gesprächsimpuls versehen. Nehmt euch für jeden Konflikt ein kurzes Gespräch.
  6. Baut die Muss-Wunsch-Ausschluss-Matrix. Höchstens 5 Muss-Kriterien pro Person, sonst gibt es einen Hinweis. Jedes Kriterium zeigt seine Herkunft: "Muss von Anna", "Muss von beiden". Alles, was kein Muss und kein Ausschluss ist, wird zum Wunsch.
  7. Prüft die Lage zuerst. Lage ist nicht renovierbar. Pendelzeiten, Schulen, ÖPNV, Lärm- und Hochwasserlage gehören ins Profil, nicht erst in die Besichtigung.
  8. Prüft, ob euer Profil im Budgetkorridor eurer Region realistisch ist. Wenn nicht, verändert zuerst Suchradius, Baujahr oder Größe, nicht den Korridor aus Phase 2.
  9. Gebt das Profil frei. Änderungen bleiben später erlaubt, werden aber protokolliert. So erkennt ihr, wenn ihr ein Kriterium nur deshalb streicht, weil euch ein bestimmtes Haus gefällt.

Woran ihr merkt, dass ihr fertig seid

  • Beide Wunschprofile sind vollständig und getrennt ausgefüllt.
  • Der Abgleich liegt vor: Einigkeit, Konflikte und Nicht-Besprochenes sind sichtbar, jeder Konflikt wurde mindestens einmal besprochen.
  • Die Matrix steht mit höchstens 5 Muss-Kriterien pro Person, Wünschen und Ausschlüssen, jeweils mit Herkunft.
  • Eure Kompromisse sind dokumentiert, nicht nur im Kopf.
  • Das Profil wirkt im Budgetkorridor eurer Region realistisch, oder ihr habt bewusst entschieden, was ihr anpasst.
  • Entscheidungspunkt: Ihr aktiviert das gemeinsame Suchprofil. Es steuert ab jetzt den Abgleich jeder Immobilienakte.

Typische Fehler

  • Wunschliste statt Bedarfsliste. Zehn Muss-Kriterien sind keine Prioritäten.
  • Ein Partner gibt still nach. Die Unzufriedenheit kommt bei Besichtigungen hoch, wenn es teuer wird, sie zu klären.
  • Lage als sekundär behandeln, obwohl sie das Einzige ist, was ihr später nicht ändern könnt.
  • Suchradius zu eng und Preisvorstellung unrealistisch für die Region.
  • Sanierungsbereitschaft überschätzen, besonders bei Zeit und Nerven neben Beruf und Kindern.
  • Das Profil beim ersten schönen Exposé stillschweigend ändern. Dafür gibt es das Protokoll.
  • Dissens als Problem sehen. Dokumentierter Dissens ist für die Entscheidung wertvoller als Scheinharmonie.

Fragen an Fachleute

In dieser Phase in der Regel keine. Optional ein Kurzgespräch mit einem Energieberater, wenn ein Altbau ernsthaft in Frage kommt: Welche Pflichten und typischen Maßnahmen kommen bei Häusern dieses Baujahrs auf uns zu, und was sollten wir bei Besichtigungen dazu fragen? Das ersetzt keine Prüfung eines konkreten Hauses.

Werkzeuge in haus.coach

  • Muss-Wunsch-Ausschluss-Matrix: gemeinsam, mit Begrenzung auf 5 Muss-Kriterien pro Person und sichtbarer Herkunft jedes Kriteriums. Sie ist die Grundlage für den Profil-Abgleich in Phase 4.
  • Getrennte Wunschprofile mit Abgleich (dieselben 25 Fragen, drei Spalten Einigkeit, Konflikt, Nicht besprochen): kommt noch, geplant für die ersten Monate nach dem Start. Bis dahin füllt ihr die Fragen getrennt auf Papier aus und übertragt das Ergebnis in die Matrix.
  • Gesprächsimpulse Phase 3 (Lage, Renovierung, Alltag): kommt noch, zusammen mit den Wunschprofilen.
  • Lage-Explorer mit Pendelzeiten, Schulen, ÖPNV, Lärm- und Hochwasserkarten: kommt noch. Bis dahin prüft ihr die Lage mit öffentlich zugänglichen Karten und tragt das Ergebnis manuell ein.
  • Realitäts-Check des Profils gegen den Budgetkorridor der Region (mit Bodenrichtwerten und öffentlichen Preisindizes, ohne Portal-Daten): kommt noch.
  • Protokoll der Profiländerungen: Jede spätere Änderung wird festgehalten.

Nächster Schritt: Suche starten und erste Objekte als Akte anlegen.

Begriffe in diesem Leitfaden

Quellen

  • haus.coach Konzept v1.0, Kapitel 4, Phase 3 Suchprofil (docs/Konzept_v1.0.md)
  • haus.coach Konzept v1.0, Kapitel 5.2 Gemeinsamer Bereich für Paare (docs/Konzept_v1.0.md)

In Aufgaben übernehmen: kommt mit einem späteren Arbeitspaket.